6 Dinge, die du im Gros Morne Nationalpark unbedingt tun solltest

von | Jan 14, 2020 | Kanada

An der Westküste Neufundlands gelegen, beeindruckt der Gros Morne Nationalpark mit einer atemberaubenden Vielfalt an Natur. Sattgrüne Wälder, schroffe Felswände, tiefblaue Seen und Ausblicke, die sich tief ins Gedächtnis einbrennen. Hier und da lässt sich ein kleines Fischerdorf entdecken, das mit bunten Häuschen seinen Teil zum prächtigen Farbenspiel beiträgt.

Mindestens 2 Tage, besser noch 3 sollten für den Besuch des Parks eingeplant werden.

Damit du bei deinem Besuch nichts verpasst, habe ich dir hier meine Tipps für den Gros Morne Nationalpark zusammengefasst.

Kurze Info:

Du benötigst ein Ticket, um den Nationalpark zu besuchen.

1.) Mach dich schlau im Discovery und/oder Visitor Centre

 

Discovery Centre – auf Entdeckungsreise im Gros Morne

Das Discovery Centre liegt im südlichen Teil des Parks und zeigt in einem kleinen Museum dessen faszinierende Geologie. Die aktuellen Öffnungszeiten kannst du hier nachlesen: Parks Canada – Gros Morne National Park

Das kleine Museum ist sehr anschaulich aufgebaut und bietet eine interessante Abwechslung von gut gestalteten Schautafeln, kleinen und großen Gesteinsbrocken und kurzen Videofilmen.

Um dir alles ganz genau anzuschauen, solltest du allerdings etwas Zeit eingeplanen (so mindestens 30 Minuten oder auch eine Stunde und mehr).

Außerdem gibt es im Discovery Centre noch einen kleinen Aufenthaltsbereich mit Sitzmöglichkeiten und Steckdosen (auch USB), einen Souvenirshop, ein Café, zwei Aussichtsterrassen (unbedingt bis ganz nach oben gehen) und einen Kinosaal, in dem ein ca. 15-minütiger Film über den Gros Morne Nationalpark gezeigt wird. Der gleiche Film wird übrigens auch im Visitor Centre gezeigt.

Der Film ist definitiv sehenswert, er gibt dir einige Infos über den Park und zeigt traumhafte Landschaftsaufnahmen. Also Popcorn einpacken und genießen.

Im Discovery Centre gibt es auch die Möglichkeit, den Pass für den Park zu kaufen. Hierbei wird zwischen Tages- und Jahrespässen unterschieden. Die komplette Preisliste findest du unter: Gros Morne National Park – Fees.

Visitor Centre – das Besucherzentrum

Das Visitor Centre war für uns der erste Anlaufpunkt im Park. Hier gibt es ebenfalls die Möglichkeit, den Pass für den Park zu kaufen.

Außerdem gibt es auch hier ein paar Schautafeln, einen Aufenthaltsbereich und einen Souvenirshop. Ich nutzte die Visitor Centre allerdings immer, um mich mit Informationsmaterialien und einer Karte vom Park einzudecken, falls noch nicht vorhanden.

Tipp:

In den meisten Besucherzentren gibt es Wasserspender, wo du deine Trinkflasche auffüllen kannst.

Nach Möglichkeit spreche ich mit einem Mitarbeiter vor Ort und frage nach Empfehlungen für Wanderwege und Aussichtspunkte, wo es gute Chancen gibt, Wildlife zu sehen und was ich auf keinen Fall verpassen darf. Sollten Wanderwege aus welchen Gründen auch immer gesperrt sein, erfahre ich es so aus erster Hand und stehe später nicht enttäuscht vor einer Absperrung und einer ruinierten Tagesplanung.

2.) Schau dir den Leuchtturm am Lobster Cove Head an

Immer wieder schön anzuschauen, überragend fotogen und an den besten Plätzen der Küste, das sind sie, die zahlreichen Leuchttürme, die es überall auf Neufundland zu entdecken gibt.

Der Gros Morne Nationalpark hat insgesamt drei Leuchttürme, den am Lobster Cove Head, den am Cow Head und den Wood Point Leuchtturm. Allerdings liegt nur einer dieser Leuchttürme offiziell im Nationalpark und das ist der am Lobster Cove Head. Wir haben uns den Leuchtturm zum Sonnenuntergang angeschaut und konnten dort die traumhaften neufundländischen Weiten genießen.

Am Leuchtturm starten außerdem einige kurze Wanderwege, um Cove Head noch ein bisschen zu erkunden. Außerdem lassen sich mit etwas Glück ein paar Wale vor der Küste blicken.

Der Leuchtturm kann von Mai-Oktober auch besichtigt werden. Die genauen Öffnungszeiten und weitere Infos zu besonderen Veranstaltungen gibt es hier: Lobster Cove Head Lighthouse

3.) Schau dir ein Fischerdorf an

Verstreute bunte Häuser und kleine Fischerboote in einer traumhaften Kulisse. Das sind die Fischerdörfer, die im bzw. am Gros Morne Nationalpark liegen. Ob zum Übernachten, Essen gehen oder für einen kurzen Spaziergang, hier lohnt sich ein Zwischenstopp.

Besonders schön fand ich die Gegend am Norris Point, direkt am Aquarium. Hier gibt es auch die Möglichkeit, sich ein Kajak auszuleihen oder eine Bootstour zu machen.

4.) Genieße tolle Aussichten

Der Gros Morne Nationalpark hat zahlreiche tolle Aussichten zu bieten, die die Schönheit Neufundlands zeigen. Hier sind meine Favouriten:

Rocky Harbour Lookout

Tolle Aussichten bietet z.B. der Aussichtspunkt in Rocky Harbour. Für die beste Aussicht einfach den kleinen Hügel erklimmen und immer weiter laufen. Eine kleine Aussichtsplattform verrät dir, dass du dein Ziel erreicht hast.

Aussichtspunkt am Jenniex House

Einen weiteren schönen Aussichtspunkt konnten wir nahe Norris Point entdecken. In einer Kurve liegend und dank Beschilderung kaum zu verfehlen. Hier gibt es auch noch ein kleines Museumshaus (Jenniex House) mit einem Souvenirshop.

Aussichtspunkt in den Southeast Hills

Der Aussichtspunkt in den Southeast Hills ist der höchst gelegene Aussichtspunkt. Wir haben hier nur durch Zufall gestoppt, da wir einen überdachten Ort zum Kochen gesucht haben. Unsere Suche endete dort bei einer halboffenen Hütte, die uns Schutz vor dem eisigen neufundländischen Wind bot. Die Aussicht konnten wir so während des Essens zwar nicht genießen, aber danach gut gestärkt umso mehr.

5.) Geh wandern

Insgesamt 20 Wanderwege in verschiedenen Längen und Schwierigkeitsgeraden hat der Gros Morne Nationalpark zu bieten. Hier gibt es eine Übersicht:

Western Brook Pond – der Fjord Neufundlands

Wir haben insgesamt zwei der beliebtesten Wanderungen gemacht. Unsere erste Tour führte uns zum Western Brook Pond, dem Fjord Neufundlands, der eigentlich gar keiner mehr ist. Die Verbindung zum Meer wurde durch die Gletscherschmelze gekappt.

Der Western Brook Pond Trail, das sind drei Kilometer hin und drei Kilometer zurück. Der Weg ist super einfach, voller Schotter und ganz nett, mehr aber nicht. Am Ende des Weges gibt es allerdings eine traumhafte Aussicht auf den 16 km langen Western Brook Pond, der von bis zu 650 m hohen Klippen umrandet ist.

Von hier aus starten auch Bootstouren, die uns von mehreren Seiten empfohlen wurden. Wir haben uns aus Kostengründen dagegen entschieden, der Preis liegt nämlich bei aktuell 67 CAD pro Person. Die genaue Preisübersicht inklusive Abfahrtszeiten findest du hier: Western Brook Pond Boat Tour

Aber auch ohne Bootstour hat sich die Aussicht am Ende gelohnt.

Auf dem Rückweg haben wir einen kleinen schotterfreien Umweg gemacht, der kurz nach dem kleinen Hafen auf dem Rückweg auf der rechten Seite beginnt. Der Umweg ist ca.  1,5 km lang und endet wieder auf dem Hauptweg. Die Gesamtstrecke für den Rückweg verlängert sich durch diesen kleinen Schlenker um ca. 1 km.

Wer noch motiviert ist, sollte diesen zusätzlichen Weg wählen, da er definitiv schöner und spannender ist.

Tipp:

Wer möchte kann den Umweg natürlich auch schon auf dem Hinweg mitnehmen und ca. 500 Meter vor dem Ziel links in den Weg gehen.

Die Tablelands – Wandern auf dem Erdmantel

Unsere zweite Wanderung führte uns zum Herzstück des Nationalparks, den Tablelands. Ein 2 km langer Weg führt vom Parkplatz aus durch eine karge Landschaft, geprägt von ocker-gelbem Gestein, bis zu einem Aussichtspunkt an einem Fluss.

Was du hier siehst und anfassen kannst, ist ein Teil des Erdmantels, der an die Oberfläche getragen wurde. Nirgendwo auf der Welt ist ein solches Gestein so leicht zugänglich wie hier. Ziemlich cool, oder?

Vom Aussichtspunkt aus kannst du weiter über die Steine klettern und die Gegend erkunden. Die freundlichen Damen vom Discovery Centre haben uns extra mitgeteilt, dass es hier erlaubt ist den Weg zu verlassen.

Die Wanderung an sich war nicht anspruchsvoll und das Ziel schnell erreicht. Die Landschaft sieht unglaublich cool aus und bietet einen großartigen Kontrast zum restlichen Nationalpark. Für mich ein absolutes Muss.

Tipp:

Im Nationalpark werden auch geführte Touren angeboten, die kostenlos und meistens super interessant sind. Weitere Infos dazu findest du hier: Gros Morne National Park – Interpretive programs and tours

Gros Morne Mountain + Green Gardens

Weitere Wander-Empfehlungen sind übrigens der 16 km lange Rundweg am Gros Morne Mountain (dieser ist allerdings gesperrt von Mai bis Ende Juni) und der Green Gardens Wanderweg (ca. 9 Kilometer für Hin-und Rückweg). Beides Empfehlungen von der Mitarbeiterin im Visitor Center.

Southeast Brook Falls

Wer Lust auf einen Wasserfall hat, sollte die Southeast Brook Falls im Hinterkopf behalten, die keine 400 m vom Parkplatz entfernt liegen. Wir haben sie allerdings nur von der Straße aus gesehen.

Tipp:

Im Nationalpark gibt es auch ein Schwimmbad mit Whirlpool. Geöffnet ab Mitte Juni.

6.) Halte nach wilden Tieren Ausschau

Der Gros Morne Nationalpark bietet eine Vielzahl an Tieren, die sich mit etwas Glück entdecken lassen.

Dazu zählen unter anderem Rentiere, Marder, Schwarzbären, Polarhasen und Elche. Wer genauso wie ich total von wilden Tieren begeistert ist, kann sich freuen, denn hier gibt es definitiv eine gute Chance, dem ein oder anderen Tier zu begegnen.

Rentiere

Wir konnten ein Rentier in der Nähe der Tablelands sehen, allerdings war es ziemlich weit entfernt. Gute Chancen für Rentiersichtungen gibt es auch nördlich von Rocky Harbour.

Polarhasen

Einen Polarhasen konnten wir am Western Brook Pond entdecken, viele weitere zeigten sich uns am Lobster Cove Head Lighthouse.

Elche

Mein persönliches Highlight waren allerdings die Elchsichtungen und hiervon gab es einige.

Unsere erste Begegnung hatten wir von Rocky Harbour aus kommend auf dem Weg zum Leuchtturm. Hier nicht die 430 fahren, sondern die Main Street North. Kurz hinter dem Hafen graste eine Elchkuh gemeinsam mit ihren beiden Jungen auf der rechten Seite. Das erste Mal, dass ich Jungtiere gesehen hatte. Es war großartig.

Aller anderen Elchsichtungen hatten wir auf der Strecke zwischen Glenburnie und Wiltondale auf der 431. Hier waren wir jedes Mal kurz vor Sonnenuntergang unterwegs. Gerade zu dieser Zeit also besonders vorsichtig fahren. Das gilt übrigens nicht nur für den Gros Morne Nationalpark, sondern für ganz Neufundland.

Übernachten im bzw. am Gros Morne Nationalpark

Wer den Nationalpark ausgiebig erkunden möchte, sollte dort mindestens eine Nacht verbringen. Die kleinen Fischerdörfer im bzw. am Park bieten dazu ausreichend Möglichkeiten.

Bedenke dabei, das es z.B. von Bonne Bay im südlichen Teil des Parks, bis nach Rocky Harbour im nördlichen Teil ungefähr eine Stunde Fahrtzeit ist. Aus diesem Grund haben wir eine Nacht im nördlichen und eine Nacht im südlichen Teil verbracht.

Wie wäre es z.B. mit einer Übernachtung in einem kleinen Chalet, wie dem Bambury’s Hillside Chalets in Rocky Harbour oder dem Middle Brook Cottages & Chalets in Glenburnie?

Wer eher auf der Suche nach einem Campingplatz ist wird hier auch fündig werden. Alle Infos dazu findest du hier: Gros Morne National Park – Stay overnight

Alle Wildcamper unter euch finden z.B. bei iOverlander.com einige Möglichkeiten kostenlos zu campen. Ich kann einen Platz in Bonne Bay empfehlen, hier der direkte Link dazu. Direkt in der Nähe befindet sich das Granite Coffee House, wo auch ein Waschsalon angeschlossen ist. Also frühstücken, während die Waschmaschine läuft und danach ab ins Discovery Center. Was für ein toller Start in den Tag.

Weitere Tipps zum Thema Wildcampen findest du übrigens hier: Wildcampen – mit diesen 7 Tipps findest du die besten Plätze

Jetzt dürfte deinem Besuch im Gros Morne Nationalpark eigentlich nichts mehr schief gehen… Viel Spaß und solltest du noch Fragen oder Anmerkungen haben, lass mir gerne einen Kommentar da.

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Hey, ich bin Carina. Reise-Begeisterte. Fotografie-Freund. Hobby-Pizzatesterin. Natur-Liebhaberin. Möhrenkuchen-Fan. Positiv-Denkerin. Wildlife-Sucherin.

Auf meinem Blog gibt’s meine persönlichen Reisetipps für dich. Eine gemischte Tüte aus wichtigen Infos, eigenen Erfahrungen, Reisefotos und Inspirationen. Da stellt sich nur noch die Frage: mit Lakritz oder ohne?

Viel Spaß beim Lesen!

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