Alleine Reisen: Mein erstes Mal in Prag

Alleine Reisen: Mein erstes Mal in Prag

Es gibt viele Menschen, die gerne alleine reisen. Man kann tun und lassen, was man will und muss auf niemanden Rücksicht nehmen. Manchmal findet sich auch einfach keine andere Person, mit der man zusammen reisen kann. Du bist einfach unabhängiger.

Auf der anderen Seite hast du dann vielleicht auch niemanden mit dem du deine Erlebnisse teilen kannst. Niemanden mit dem du noch Jahre später sagen kannst „Weißt du noch, damals in…“. Vielleicht hast du auch Angst alleine zu reisen und ein Reisepartner gibt dir Sicherheit.

Ich wusste nicht, ob alleine reisen etwas für mich ist und genau aus diesem Grund musste ich es 2013 einmal ausprobieren. Meine Erlebnisse, meine Erfahrungen und ob ich es wieder tun würde, berichte ich euch hier:

Prag als Reiseziel – es liegt ja quasi auf dem Weg

In wollte meine Semesterferien mal wieder voll auskosten und möglichst viel unterwegs sein. So verabredete ich, meine Freundin Melika in Frankfurt zu besuchen und meinen Freund Mitch in Berlin. Aber sollte das schon alles gewesen sein? Ich öffnete Google Maps und schaute, welchen Ort man denn zwischen Frankfurt und Berlin besuchen könnte. Dann sah ich Prag auf der Karte, das, wenn man 1-2 Augen zudrückt tatsächlich auf dem Weg liegt. Ich befragte Google erneut und fand eine Verbindung zum Schnäppchenpreis. Mit der Bahn nach Frankfurt, 2 Nächte bei Melika, mit der Bahn von Frankfurt nach Nürnberg, von Nürnberg mit dem Bus bis nach Prag und dann mit der Bahn weiter nach Berlin und wieder nach Hause. Lange Tour, auf der viel schief gehen kann. Ich spürte ein breites Grinsen in meinem Gesicht und klickte auf buchen. Meine Abenteuerlust war geweckt. Das könnte spannend werden.

Die Busfahrt nach Prag – Mein rechter, rechter Platz ist frei

Da saß ich nun im Bus nach Prag, die letzte Tage mit Melika waren echt spaßig. Ich hatte mir einen Platz oben in der vordersten Reihe ergattert. Ich schaute mich um und sah eine Gruppe von Freunden, die gemeinsam im Bus saßen, sich unterhielten und Spaß hatten. Bedröppelt senkte sich mein Blick auf das Buch, was ich gerade las. Schon ein komisches Gefühl, so alleine reisen.

Und Angst hatte ich auch ein wenig. War das vielleicht doch eine ziemlich doofe Idee von mir? Manchmal passiert mir so was nämlich, so wie damals, als ich ohne Winterjacke im November nach Estland flog oder wie damals beim Cocktails trinken, als ich es für die beste Idee hielt, dass ein vierter Cocktail genau das ist, was ich jetzt brauche…aber zurück zum Thema.

Egal, dachte ich mir, ich bin ja schon groß und ich schaffe das!

Die Ankunft in Prag – Hilfe, wo muss ich hin?

Wir erreichten Prag, alle stiegen aus dem Bus, holten ihre Rucksäcke oder Koffer aus dem Gepäckfach und liefen zielstrebig und freudig erregt auf eine tolle Zeit in Prag los. Aber stop, da stand doch noch jemand an der Bushaltestelle mit einem Stadtplan in der Hand und sah leicht verzweifelt aus, nämlich ich (Tipp: Stadtpläne von PocketPilot, wasserfest und leicht faltbar).

Das Hostel, das ich für die beiden Nächte gebucht hatte, war nahe der Karlsbrücke, schon mal ein guter Standort dachte ich. Ich musste nur die Karlsbrücke finden, drüber gehen und dann war es auch gar nicht mehr schwer das Hostel zu finden. Okay, nur die Brücke finden…ich starrte auf meinen Stadtplan und war einfach nur verwirrt. Wird mein Leben so enden? Werde ich den Rest meines Lebens durch Prag irren? Einsam und alleine? Nein, dachte ich mir, ich lauf einfach mal los, irgendwann werde ich mich schon orientieren können…hoffentlich. Voll bepackt ging ich in die gleiche Richtung, in die ich auch die Freundesgruppe am Horizont verschwinden sah, denn die wollten ja bestimmt auch alle in Richtung Altstadt. Und ja, die Richtung war korrekt. In Gedanken bedankte ich mich bei den Rudelführern, die leider das schwächste Mitglied zurückließen. Aber ich wollte es ja so.

Auch ein blindes Huhn findet mal ein Hostel

Wie lässt sich mein Orientierungssinn beschreiben? Ich würde sagen, irgendwas zwischen ziemlich grottig bis nicht existent. Aber trotz meines durchaus reflektierenden und realistischen Betrachtens meiner Fähigkeiten in diesem Bereich, kommt es auf fast jeder meiner Reisen vor, dass ich voller Enthusiasmus auf die Karte schaue und der festen Überzeugung bin, dass ich es endlich gelernt habe, dass ich genau weiß, wo es lang geht. Ich habe jetzt zwar keine Studie zu diesem Thema geführt, aber ich würde schätzen, dass ich in mind. 90% aller Fälle trotzdem falsch liege und um ehrlich zu sein, werden die restlichen 10% wohl glücklicher Zufall gewesen sein.

Dennoch habe ich es, womöglich mit einigen Umwegen, geschafft die Karlsbrücke zu finden und spürte die Erleichterung in mir aufsteigen. Jetzt war es wirklich nicht mehr schwer, einmal rechts halten, direkt hinter der Brücke, die nächste wieder rechts und da war es, das Mango Hostel (sehr zu empfehlen, super Lage). Juhuu, ich hatte es geschafft, wurde noch nicht überfallen und lebe. Was für ein schöner Tag!

Ich öffnete die Tür und ging zur Theke am Ende des Raumes. Der Check-in funktionierte problemlos und ich bekam den Schlüssel für den 6er Schlafsaal. Auf Wunsch meiner Mutter ein Schlafsaal nur für Frauen. Solange meine Mama sich dann besser fühlt, sollte es mir Recht sein.

Ich betrat das Zimmer und stand in einem typischen Hostel Zimmer mit 3 Etagenbetten und angrenzendem Bad. Außer mir war niemand sonst dort, ich war mal wieder allein. War alleine reisen vielleicht doch nicht das Richtige für mich?

Mein erster Rundgang in Prag: ein erster Eindruck

Na ja, ich war ja hier, um mir Prag anzuschauen, also schnallte ich mir meine Kamera um und machte mich voller Vorfreude auf den Weg, leider im Regen.

Ich hatte für den Ankunftstag noch gar keinen richtigen Plan, also lief ich einfach los und ließ mich von der Stadt treiben. Über die Karlsbrücke, an der Moldau entlang und wieder zurück.
So richtig begeistern konnte mich Prag zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht, aber das Wetter war ja auch ziemlich mies und ich ziemlich kaputt.

Nach einiger Zeit merkte ich, dass ich einfach keine Kraft mehr hatte herumzulaufen. Es war ja auch ein ereignisreicher Tag gewesen, der um 5 Uhr morgens in Frankfurt begonnen hatte.

Zurück im Hostel – Und was jetzt?

Also ging ich zum Hostel zurück und als ich meinen Schlafsaal betrat, waren tatsächlich zwei andere Mädels da, denen ich fröhlich „Hallo“ sagte. Sie lächelten mich an.
Ich legte mich erst mal entspannt ins Bett, berichtete meinen Eltern, dass ich unversehrt bin und lebe und dann…dann fing ich an mich zu langweilen. Da lag ich nun um ca. 19 Uhr im Bett, zu kraftlos um herumzulaufen, niemanden mit dem man irgendwo etwas essen/trinken gehen kann.
Ich fühlte mich schrecklich allein. Wieso wollte ich eigentlich unbedingt alleine reisen? War das alles vielleicht doch eine blöde Idee? Nein, mit diesem Fazit sollte mein Urlaub nicht enden. Aufgeben ist keine Option!

Also fasste ich allen Mut zusammen (damals war ich noch sehr schüchtern) und quatschte die beiden Mädels an, die gerade ihre Sachen auspackten. Ich fragte, wo sie denn herkommen. Und dann, nichts. Gar nichts. Ich wurde komplett ignoriert. War ich doch davon überzeugt gewesen, dass gerade Worte aus meinem Mund gekommen sind und selbst, wenn sie kein Englisch sprechen können, reagiert man doch normalerweise, oder? Jetzt fühlte ich mich noch schlechter. Ich zweifelte an mir und fragte mich, ob irgendetwas mit mir nicht stimmte. Es heißt doch immer, dass man im Hostel super schnell mit anderen ins Gespräch kommt, aber so nicht bei mir. Mit mir wollte anscheinend niemand reden. Jetzt bloß nicht anfangen zu weinen! Ich versuchte alle negativen Gedanken bei Seite zu schieben und mir einzureden, dass ich das ja gar nicht nötig hätte. Wer braucht schon so zwei komische unfreundliche Ziegen? Also ich nicht!!!

Wie sich später herausstellte, waren die beiden Mädels taubstumm und ich hatte fast ein schlechtes Gewissen wegen meiner schlechten Gedanken über sie.

Gerade noch die Kurve gekriegt

Dann nahte endlich Rettung. Zwei Französinnen betraten das Zimmer. Auch sie schauten verwirrt, als die taubstummen Mädels ihnen nur ein Begrüßungslächeln schenkten und konnten sich so voll und ganz auf mich konzentrieren. Juhuu! Sie stellten sich mir als Alice und Maroussia aus Paris vor. Wir quatschten ein wenig und dann fragten sie, ob ich mit ihnen nicht noch etwas essen gehen wolle. Na klar wollte ich! Gemeinsam zogen wir los. Mein Abend war gerettet. Wir liefen durch die Stadt und holten uns an einem Imbiss einen kleinen Snack und ich genoss meinen ersten Abend in Prag.

Mein erster Morgen in Prag

Was ist das nur für ein nerviges Geräusch? Ich wollte doch schlafen. Völlig übermüdet wachte ich auf und stellte fest, dass mein Wecker dieses Geräusch verursacht. Ich schaute auf mein Handy, 5:30 Uhr. Viel zu früh. Ich hab doch Urlaub, du Scheißwecker! Ach ja, da war ja was. Der Fotografie-Freak in mir war schuld. Ich war zu verschlafen, um eigene Entscheidungen zu treffen und vertraute daher auf ihn. Das heißt jetzt also aufstehen. Die anderen Mädels im Zimmer, mal abgesehen von denen, die eh nichts hören, verfluchten mich wahrscheinlich. Also zog ich mich leise an, schnappte mir meine Kamera und ging nach draußen. Es war noch dunkel, Prag bei Nacht und ich ganz alleine. Na, was soll’s, für ein gutes Foto muss man halt auch mal was riskieren.
Nach wenigen Minuten erreichte ich die Karlsbrücke. Gähnende Leere, bis auf ein paar Alkoholleichen und einige andere Leute, die fotografieren wollten. Ein krasser Kontrast zu tagsüber, wo die Brücke restlos überfüllt war. Mir gefiel es.

Ich zückte meine Kamera und legte los. Die Sonne ging auf und man konnte leider so gut wie nichts davon sehen. Eine dicke Wolkendecke hing am Himmel, so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Naja, wenn ich schon mal da bin, versuche ich trotzdem ein paar gute Fotos hinzubekommen, dachte ich mir. Danach setze ich mich auf eine Bank nahe der Brücke und genoß die Ruhe. Bis sich kurze Zeit später ein Grieche zu mir gesellte, der gerade vom Feiern kam. Wir tauschten uns über unsere Reisen aus. Er schwärmte mir von Athen vor, da müsse ich unbedingt mal hin. Als er Andeutungen machte, mich küssen zu wollen, lehnte ich dankend ab und ging dann schleunigst wieder ins Hostel zurück.

Ein nicht so erfolgreicher Start in den Tag, aber ich hatte ja einen Tag später noch eine Chance.

Die Prager Burg – wunderschöne Aussicht

Den Tag über wollte ich alleine verbringen, aber ich tauschte Nummern mit Alice und Maroussia aus und wir verabredeten uns für’s Abendessen. Mit dem Wissen, dass mir kein einsamer Abend bevor stand ging ich zufrieden los, um die Prager Burg zu erklimmen. Alleine reisen, kein Problem für mich.

Der Weg zur Burg war teilweise schon etwas mühselig, hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Die Aussicht von da oben ist super. Man hat einen wunderschönen Blick auf die Moldau und ihre Brücken, inklusive Karlsbrücke. Ich bin nur in den frei zugänglichen Bereichen herumgelaufen und habe Nichts von innen besichtigt. Aber bereits hier gibt es jede Menge zu entdecken und das war vollkommen ausreichend für mich.

Abends ging ich dann mit Alice und Maroussia nahe der Karlsbrücke essen. Ich weiß nicht mehr genau, wie das Restaurant hieß, aber es war am Ende der Novotného lávka. Es war total cool, alles war wunderschön beleuchtet. Wir saßen direkt am Wasser, mit Blick auf die beleuchtete Karlsbrücke. Wir aßen, quatschten und ich ließ so meinen letzten Abend in Prag perfekt ausklingen.

Mein letzter Morgen in Prag – Sonnenaufgang und nette Gesellschaft

Es war mein letzter Morgen in Prag, d.h. mal wieder um 5:30 Uhr aufstehen, anziehen und ab zur Karlsbrücke, in der Hoffnung, heute besseres Licht zu haben. Und ich hatte Glück, der Sonnenaufgang war einfach super schön und ich konnte mich fotografisch austoben. Auf der Brücke fanden auch gerade zwei Hochzeit-Fotoshootings statt, was wirklich interessant war und es hat Spaß gemacht, hier zuzuschauen.

Während ich da so auf der Brücke stand und fotografierte, lernte ich Dave aus San Francisco kennen. Er erzählte mir, dass er an diesem morgen schon auf irgendeinen Hügel geklettert war, um von dort aus Fotos zu machen. Was für ein Freak, sehr sympathisch. Wir unterhielten uns über unsere Reisen. Er war mit seinen Eltern dort, um Verwandtschaft zu besuchen, nutzte aber die Gelegenheit, um eine kleine Europa-Rundreise zu machen. Ich erzählte ihm von meiner kleinen Tour und sagte ihm: „I’m travelling alone“. Er grinste mich mit den Worten: „No, you’re not travelling alone, you’re travelling by yourself!“ an und ich freute mich über seine Worte, das klang doch schon viel besser. Denn damit hatte er es einfach auf den Punkt gebracht.

Wir unterhielten uns noch eine Weile, tauschten unsere Kontaktdaten aus und gingen dann getrennte Wege. Was für ein schöner Start in den Tag. Jahre später besuchte ich Dave übrigens zusammen mit meinem Freund in San Francisco, er zeigte uns die Stadt, wir übernachteten bei ihm und hatten eine super Zeit in San Francisco.

Tschüss Prag und danke für zwei aufregende Tage

Ich ging zurück ins Hostel, wo ich meine Sachen zusammenpackte, mich von Alice und Maroussia verabschiedete und dann voll bepackt in Richtung Bahnhof ging.

Ich war natürlich überpünktlich unterwegs und konnte so ganz entspannt den richtigen Weg suchen. Rund um den Bahnhof hingen echt komische Leute herum und so sah ich zu, dass ich schnell ins Innere gelangte.

Der Bahnhof war brechend voll und ich war nach so vielen Nächten ohne genügend Schlaf echt ziemlich platt. Ich fand keinen einzigen Platz, wo ich mich entspannt hinsetzen konnte, um auf meinen Zug zu warten. Also lief ich herum, um schon einmal das Gleis zu suchen, wo mein Zug abfahren sollte. Aber nirgends war zu sehen, auf welchem Gleis das sein sollte.

Mich überkam leichte Panik und ich sah mich schon völlig verwirrt meinen Zug verpassen. Eigentlich hatte ich wirklich noch genug Zeit, aber damit konnte ich mich nicht beruhigen. Also ab zum Info-Schalter und nachfragen. Der Mann hinter dem Schalter schaute mich völlig verwirrt an und erklärte mir dann etwas unfreundlich, dass das Gleis erst ca. 10 Minuten vor Abfahrt feststeht und es dann auch auf dem Fahrplan auftaucht. Naja, dass konnte ich ja nicht wissen.

Ich stellte mich vor die riesige Fahrplantafel und wartete. Wie erklärt, tauchte das Gleis auf und ich konnte entspannt dorthin gehen. Der Zug fuhr ein, ich suchte mir einen Platz und konnte mich endlich entspannt zurücklehnen. Das war es also, mein erstes Mal alleine reisen in Prag. Ich war stolz auf mich, dass ich alles so gut geschafft hatte und freute mich auf ein paar entspannte Tage bei meinem Freund Mitch in Berlin.

Alleine reisen: Mein Fazit

Es waren wirklich zwei aufregende Tage in Prag. Mir hat die Stadt wirklich gut gefallen, obwohl ich in der kurzen Zeit echt wenig sehen konnte. Ich würde mir Prag auf jeden Fall irgendwann noch einmal gerne anschauen.

Ich bin froh, dass ich mich getraut habe, diesen Schritt zu wagen, auch wenn es nur zwei Tage waren. Alleine zu sein hat mich eigentlich nur wirklich abends gestört, ansonsten fand ich es sehr befreiend, dass ich mich mit niemandem absprechen musste. Ich konnte genau das machen, was ich wollte, in genau dem Tempo in dem ich es machen wollte. Es war schön, neue Leute kennenzulernen. Leute, die einen zuvor nicht kannten und die keine Erwartungen an dich und dein Verhalten haben. Es ist eine gute Möglichkeit, wieder mehr zu sich selbst zu finden, weil man einfach extrem viel Zeit hat, sich nur mit sich selbst zu beschäftigen. Ob ich nochmal alleine reisen würde? Ja, auf jeden Fall! Aber solange ich immer einen passenden Reisepartner für meine Vorhaben finde, reise ich dann doch lieber mit jemandem zusammen.

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5 Gründe, warum es sich lohnt, Dublin zu besuchen!

5 Gründe, warum es sich lohnt, Dublin zu besuchen!

Dublin ist eine meiner absoluten Lieblingsstädte in Europa und Irland eins meiner absoluten Lieblingsländer. Die grüne Insel hat es mir einfach von dem Moment an angetan, als ich im Jahr 2006 das erste Mal in Irland aus dem Flieger stieg.

Ich war so begeistert von Irland, dass ich mich während meines Studiums für ein Praktikum in Dublin entschieden habe. Ich hatte somit genug Zeit, die Stadt richtig kennen und lieben zu lernen. Auch jetzt noch versuche ich, Dublin einmal im Jahr einen Besuch abzustatten.

Um dich auch für diese Stadt zu begeistern, habe ich hier für dich 5 Gründe zusammengefasst, warum es sich lohnt, Dublin zu besuchen. Na dann, los:

1.Die Freundlichkeit der Iren

Die Iren sind wirklich unfassbar freundlich und nett. Sie sind sehr offene und hilfsbereite Menschen. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass ich als nerviger Tourist angesehen werde. Die Iren sind außerdem meistens gut drauf, fluchen gerne und sind manchmal etwas verrückt. Wenn ich das gerade so schreibe, fällt mir auf, warum dieses Land so gut zu mir passt.

Dadurch, dass die Iren so offen und kontaktfreudig sind, kommt man schnell mal ins Gespräch, ob es an der Supermarktkasse oder bei einem Bierchen im Pub ist. Hier fühlt man sich einfach nur super wohl.

2.Dublin hat viel zu bieten

Dublin ist mit einer Fläche von ca. 115 km² ungefähr halb so groß wie Düsseldorf. Die Stadt ist somit recht überschaubar. Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten sind gut zu Fuß erreichbar und so kann man auch an einem Wochenende schon sehr viel von Dublin sehen. Möchtest du lieber nicht so viel laufen, gibt es auch die Möglichkeit eine Hop On Hop Off Bustour oder andere Stadtrundfahrten zu buchen.

Dublin bietet dir zahlreiche Möglichkeiten, deinen Tag zu verbringen. Ob Shoppen in der Grafton Street, einer Fahrradtour durch den Phoenix Park oder der Besuch vom Guinness Storehouse, gestalte deinen Tag ganz nach deinen Wünschen, Dublin macht’s möglich.

3.Pubs, Pubs und noch mehr Pubs

Das ist doch eigentlich das Erste, woran man bei Dublin denkt, das Ausgehviertel Temple Bar und die vielen irischen Pubs. Mit über 50 Pubs, alleine im Zentrum von Dublin, gibt es hier genug Auswahl. Von ziemlich kleinen und urigen Pubs, bis hin zu größeren Pubs, die über mehrere Etagen gehen, hier ist für jeden etwas dabei. Am allerschönsten ist es dann selbstverständlich, wenn man noch in den Genuss von Livemusik kommt. Irisches Feeling pur! Also einfach mal verschiedene Pubs austesten und ein frisch gezapftes Guinness trinken.

Wobei ich persönlich keine Guinness-Trinkerin bin, aber einmal austesten gehört dazu finde ich. Wie mir ein Ire mal zum Thema Guinness sagte „It’s like a soup“ und ja, es schmeckt wirklich sehr „deftig“.

Ich bevorzuge lieber ein Irish Cider, wie z.B. Bulmers. Für manchen könnte es etwas zu süß sein, aber ich mag’s. Na dann, Prost! Oder wie die Iren sagen „Sláinte“ (man spricht es wie „slorntsche“ aus).

4.Toller Ausgangspunkt für Ausflüge

Dublin ist der optimale Ausgangspunkt für zahlreiche Ausflüge in die Natur. Wie wäre es mit einer kleinen Klippenwanderung in Howth? Einem Ausflug zur alten Klostersiedlung nach Glendalough? Oder einem Strandspaziergang am Killiney Beach? Also raus aus der Stadt und die wahre Seite Irlands kennenlernen. So hast du während deines Dublin-Tripps die optimale Abwechslung zwischen Stadt und Natur. Klingt doch ziemlich gut, oder ?

5.Dublin ist gar nicht so weit weg

Ein Flug von Düsseldorf oder Köln nach Dublin dauert weniger als 2 Stunden und wenn du ein bisschen flexibel bist, findet man bei Ryanair z.B. ab Köln auch schon Flüge für 16,99 € pro Flug. Auch bei Aer Lingus lohnt es sich, einmal nach günstigen Flügen zu suchen.

Ansonsten einfach fleißig Google Flights befragen. Das Schöne hierbei ist, dass einem auch noch günstigere Alternativen vorgeschlagen werden, wenn man z.B. einen Tag früher oder später fliegt.

So, ich würde sagen, Ausreden hast du jetzt keine mehr. Also Flug buchen und Dublin von mir grüßen.

Ibiza ohne Hotel: Ein Roadtrip der besonderen Art

Ibiza ohne Hotel: Ein Roadtrip der besonderen Art

Eigentlich hatten meine Freundin Jessy und ich gar keinen Roadtrip auf Ibiza geplant, aber wie das Leben nun einmal so spielt, ist es dann doch einer geworden. Dieses Mal haben wir den Begriff Roadtrip wörtlich genommen und das Hotel gegen ein Auto eingetauscht. Klingt jetzt erstmal komisch, hat aber funktioniert.

Aber erst mal auf Anfang: Wir hatten ein verlängertes Wochenende geplant, das Ziel sollte eher im Süden liegen und wir wollten möglichst wenig ausgeben. Ich durchforstete mal wieder die Flugsuchmaschinen und siehe da, Ibiza sollte es sein. Die Flüge waren günstig und wir beide waren noch nie dort gewesen. Ein paar Daten eintragen hier und ein bisschen klicken da und die Flüge waren gebucht. Ibiza wir kommen!

Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich immer einfach die Flüge gebucht, ohne mir vorher Gedanken über eine Unterkunft zu machen, denn eine günstige Unterkunft zu finden, wenn man keine hohen Ansprüche hat, sollte nicht das Problem sein. Aber genau das war dieses Mal leider das Problem.

Auto statt Hotel: Wir machten aus der Not eine Tugend

Wir hatten Hauptsaison und selbst ein Zimmer im Hostel war ziemlich teuer oder es war alles schon ausgebucht. Wir prüften sämtliche Möglichkeiten, schauten bei Airbnb oder auf Campingplätzen. Wenn es etwas gab, war das so weit ab vom Schuss, dass wir uns einen Mietwagen hätten besorgen müssen, um flexibel genug sein zu können. Wir wollten ja auch schließlich etwas von der Insel sehen.

Da kam mir der Gedanke, wieso nicht einfach etwas mehr für einen Mietwagen ausgeben? Wieso nicht einen Mietwagen nehmen, der groß genug ist, dass man darin bequem schlafen kann? Ja, wieso eigentlich nicht?! Die Idee für unseren Roadtrip auf Ibiza inklusive Übernachten im Auto war geboren.

Die Wahl des Mietwagens

Wir prüften sämtliche Angebote und entschieden uns schlussendlich einen Kombi zu mieten. Laut unseren Recherchen sollte darin genug Platz sein, um auf der Liegefläche von Kofferraum und umgeklappter Rücksitzbank bequem zu schlafen.

Eine Luftmatratze wollten wir nicht mitnehmen, da wir sowieso nur mit Handgepäck geflogen sind und wir einfach keinen Platz gehabt hätten. Wir brauchten ja schließlich noch unsere Schlafsäcke und unsere Strandtücher, damit waren unsere Rucksäcke schon nahezu ausgefüllt.

Unser Mietwagen und Hotelersatz: Platz ist im kleinsten Auto

Nachdem wir voller Vorfreude, bestückt mit unseren schönsten Sonnenhüten auf Ibiza gelandet sind, ging es weiter zur Mietwagenabholung. Dort wartete dann die nächste Überraschung auf uns: Es gab leider keinen Kombi. Als Alternative haben wir dann einen Nissan Qashqai angepriesen bekommen, „der ja eigentlich eine höhere Kategorie ist“. Das hat uns in diesem Fall ja leider auch nicht weitergeholfen hat, da ein Kombi einfach die bessere Liegefläche bietet.

Aber was sollten wir machen? Wir wollten unseren Urlaub doch endlich beginnen und uns nicht mit der Mietwagenabholung stundenlang aufhalten. Wir bekamen also den Nissan Qashqai als Mietwagen und unser Roadtrip auf Ibiza konnte beginnen.

Sonne, Strand und Entspannung: Mädelswochenende auf Ibiza

Für uns war dieser Urlaub hauptsächlich zur Erholung gedacht, wir wollten ein bisschen am Strand herumliegen, möglichst viel von der Insel sehen und einfach ein richtig schönes Mädelswochenende verbringen.

Wir fuhren also meistens entspannt (manchmal war ich bei den engen Straßen auch etwas unentspannt) über die Insel und schauten uns die verschiedensten Strände an. An manchen dieser Strände waren wir nur kurz, an einigen lagen wir ein paar Stunden faul herum.

Die 3 schönsten Strände auf Ibiza

Nachdem wir auf unserem Roadtrip auf Ibiza einige Strände gesehen haben, möchte ich euch jetzt hier meine 3 Lieblingsstrände kurz vorstellen.

Cala Comte: Karibikfeeling pur

Das türkisblaue und kristallklare Wasser machen diesen Strand für mich zu einem absoluten Traumstrand. Es gibt zwei breite Sandstreifen, das Cafe Sunset Ashram und einen riesigen Parkplatz. Diesen haben wir auch direkt für uns genutzt und mit Blick auf’s Meer in unserem Auto geschlafen.

Einige andere Camper haben das genauso gemacht und so haben wir uns hier auch sehr sicher gefühlt. Außerdem gibt es am Strand natürlich auch eine Toilette, ein großer Vorteil für die Übernachtung im Auto. Aber das Beste ist es einfach, morgens aufzuwachen und das Meer direkt vor der Nase zu haben. Traumhaft!

Cala d’Hort: Atemberaubende Aussicht

Das Besondere an diesem Strand ist der fantastische Blick auf die kleine Insel Es Vedrà, die sich nur einige hundert Meter von der Küste entfernt befindet. Das Parken kann hier allerdings schon etwas schwierig werden. Wir waren relativ spät am Strand und hatten somit Glück, noch einen Parkplatz zu ergattern.

Las Benirràs: Sonnenuntergang mit Trommelmusik

Der Strand liegt im Norden der Insel und war mein absoluter Favorit bei unserem Roadtrip auf Ibiza. Die ganze Atmosphäre ist irgendwie etwas besonderes. Als wir da waren, gab es dort auch einen kleinen Hippie-Markt. Dieser findet dort wohl jeden Sonntag statt, in der Hauptsaison allerdings auch dienstags und freitags. Wir waren allerdings hauptsächlich hier, um uns den Sonnenuntergang anzuschauen.

Dieser wurde von einer Gruppe Trommlern und tanzenden Hippies begleitet und hatte dadurch wirklich etwas Magisches. Als die Sonne untergegangen war, gab es einen riesigen Applaus, so was habe ich noch nicht erlebt. Ich fand es ein bisschen seltsam und fragte mich, ob die Menschen das dann jeden Abend so machen?

Danach haben wir dann noch im Restaurant Roca Y Mar etwas gegessen. Das Restaurant liegt direkt am Strand Las Benirràs und war somit für uns der einfachste Weg unseren Hunger zu stillen.

Übernachten im Auto: Meine besten Tipps

    •  Die Wahl des Mietwagens: Das Übernachten im Auto hat eigentlich ganz gut geklappt. Es war schon etwas beengt, aber ich war abends immer so platt, dass ich problemlos einschlafen konnte. Meine Freundin allerdings ist etwas größer als ich und hatte Schwierigkeiten, die optimale Schlafposition zu finden
    • Die Wahl der Parkplätze: Die erste Nacht haben wir in Ibiza-Stadt nahe der Carrer des Surets auf einem Parkplatz verbracht. Das ging problemlos. In der zweiten Nacht hatten wir unser Auto wie bereits oben erwähnt am Cala Comte geparkt. Das war der beste Übernachtungsplatz, direkt am Strand und mit vielen anderen Campern. Die dritte und letzte Nacht haben wir unser Auto nahe dem Restaurante La Escollera auf einem Parkplatz geparkt. Hier waren wir auch ziemlich nah am Strand und konnten somit abends noch in Ruhe am Strand ein Gläschen Wein trinken, da ja niemand mehr fahren musste.
    • Praktische Tipps für die Übernachtung: Ich hatte mir einen Schlafsack eingepackt, was bei den hohen Temperaturen definitv unnötig war. Daraufhin habe ich mich mit einfach mit einem großen Mikrofaser Handtuch zugedeckt. Ich brauchte schließlich etwas zum Zudecken, damit es auch kuschelig genug ist.
    • Was du sonst noch wissen solltest: Wenn du im Auto übernachtest, hast du natürlich das Problem kein Badezimmer zu haben. Von daher sucht euch am besten Parkplätze, wo in der Nähe eine Toilette ist, ansonsten ist Wohl oder Übel Wildpinkeln angesagt. Das Duschen ist im Sommer natürlich um einiges einfacher. Hier bietet nahezu jeder Strand eine Möglichkeit.

Fazit zu meinem Roadtrip auf Ibiza:

Ibiza hat wirklich einiges zu bieten, aber so richtig hat mich die Insel irgendwie nicht überzeugen können. Ich kann noch nicht einmal genau sagen, woran es gelegen hat, da wir wirklich viel Schönes gesehen haben, aber die Insel war natürlich zur Hauptsaison auch ziemlich überfüllt.

Das Übernachten im Auto fand ich wirklich unfassbar praktisch, da wir dadurch sehr flexibel waren und spontan entscheiden konnten. Denn genau das macht so einen gelungenen Roadtrip für mich aus. Du brauchst noch Tipps für deinen nächsten Roadtrip? Dann lies doch meinen Beitrag 11 Tipps für einen gelungenen Roadtrip.

Was sind eure Erfahrungen mit einem Urlaub auf Ibiza? Sollte ich der Insel noch eine Chance geben?

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Eine AIDA Kreuzfahrt – das ist nichts für mich (oder doch ?)

Eine AIDA Kreuzfahrt – das ist nichts für mich (oder doch ?)

Dem Winter 2013/2014 fehlte in großen Teilen Deutschlands der Schnee und meine Frau und ich überlegten, wo wir denn als Alternative hinfahren könnten. Neben den üblichen Verdächtigen (Kanarische Inseln oder Städtereisen) fanden wir folgende Kreuzfahrt zum „Schnäppchenpreis“:

Schiff: AIDAmar

Zeitraum: 1 Woche im Februar 2014

Route: westliches Mittelmeer

Preis: 599,- Euro/Person incl. Flug (DUS – PMI) und Vollpension in der Innenkabine

Wir waren zwar beide der Überzeugung, dass eine AIDA Kreuzfahrt nichts für uns ist, aber bei dem Preis wollten wir es dennoch einmal ausprobieren. Unsere Ablehnung gegenüber einer Kreuzfahrt ergab sich in erster Linie aus der Aussicht auf:

    • zusammengepferchte Passagiere wie in einem AI Hotel an einer Spaßküste

    • bedingt durch die Reiseroute und Anlegezeiten unflexible Gestaltungsräume

    • ohne Fenster eine Woche in einer stickigen, kleinen Kabine

    • Langweile an Bord

    • Ballermanngehabe von einem Teil der Passagiere

    • unterbezahlte asiatische Besatzung die zum Grinsen gezwungen wird

    • Kreuzfahrtschiffe sind „Dreckschleudern“ auf See

Und so war/ist es tatsächlich:

Unsere Anreise: Gut organisiert und ohne Stress das Ziel erreicht

Typischer Flug von Düsseldorf nach Mallorca, aber schon am Gepäckband wurden wir von AIDA Mitarbeitern begrüßt und auf den richtigen Bus hingewiesen. Wir mussten nicht suchen, sondern wir wurden gefunden.

Fahrt mit dem Bus direkt zum Kai. Dort angekommen, wurden unsere Koffer direkt vom Bus auf das Schiff gebracht. Wir mussten nur noch mit unserem Handgepäck durch das Anmeldeprozedere und den Zoll.

Nachdem wir noch 2 x unseren neuen AIDA Ausweis vorzeigen mussten und das Handgepäck durchleuchtet wurde waren wir endlich an Bord der AIDAmar Sicherheit geht hier eindeutig vor und ich fand das Prozedere irgendwie beruhigend.

An Bord erstmal unsere Kabine gesucht und siehe da, unsere Koffer standen schon vor der Kabinentür.

Da es unsere 1. Kreuzfahrt war, haben wir natürlich erstmal das Schiff gründlich erforscht. So verging die Zeit bis zur Rettungsübung wie im Fluge und wir konnten anschließend das Auslaufen mit dem obligatorischen AIDA Song „Orininoco flow“ erleben. Danach ging es zum Essen.

Unsere Kabine: klein aber fein

Unsere Innenkabine war klein und zweckmäßig eingerichtet. Hier wurde sehr gründlich über die optimale Nutzung des Raums nachgedacht. Definitiv besser als in manchem Hotelzimmer. Erstaunlich was man in einer kleinen Kabine alles unterbringen kann. Wir hatten wirklich keine Probleme unser Kleidung zu verstauen. Die leeren Koffer passten super unter die Betten. Die Klimaanlage war leise und es war nie stickig. Ein großer LCD TV konnte quasi auch als Fenster genutzt werden, da man sich die verschiedenen Live-Bilder der Bordkameras anschauen konnte.

Essen: 5 Sterne für das Marktrestaurant

Unser Favorit auf der AIDAmar war das Marktrestaurant, welches auch das größte an Bord ist. Möchte man pünktlich zur Restauranteröffnung ans Buffet, steht man erstmal in einer Traube mit anderen Passagieren vor dem Eingang und wartet auf den Einlass. Wem das nicht gefällt, kommt 15 Minuten später, geht einfach in das Restaurant seiner Wahl und bekommt als Paar mit Sicherheit noch einen Platz an einem Tisch mit anderen netten Gästen. Ist man jedoch in einer größeren Gruppe könnte es etwas problematischer sein, einen Tisch für 4 oder noch mehr Personen, zu bekommen. Wir fanden einen Tisch mit anderen Kreuzfahrtgästen fast immer bereichernd, da sich interessante Gespräche ergaben. Gesprächseinstieg war meistens die Frage nach der Anzahl der bisherigen Kreuzfahrten. So konnte man sich beim Essen entspannt austauschen und noch den ein oder anderen tollen Tipp zu Ausflügen und Schiffsveranstaltungen bekommen.

Die Qualität und Auswahl des Essens ist hervorragend (Stand 2014 – 2017). Ich habe bisher kein besseres Buffetrestaurant erlebt. Getränke wie Tischwein, Wasser, Bier, Cola usw. … sind im Peis enthalten. Alle weiteren Wünsche kosten extra. Sollte man noch höhere Ansprüche befriedigen wollen, so geht man gegen einen angemessenen Aufpreis in ein Bedienrestaurant. Habe ich bisher nicht ausprobiert aber von anderen Passagieren entsprechende positive Kritiken gehört.

Bordleben: Für jeden das Richtige

Hier kann man seine Kreuzfahrt sehr individuell gestalten und findet garantiert seine Lieblingsbeschäftigung.

Unsere persönlichen Highlights:

Die Poolparties am Anfang und Ende der Kreuzfahrt, die Shows, die Erklärungen der Lektoren zu bevorstehenden Landausflügen und das entspannte Lesen auf dem Außendeck 5. Außerdem Spaziergänge auf den Oberdecks früh morgens bei Sonnenaufgang oder abends zur Verdauung. Zu unserem Erstaunen war man hier teilweise fast alleine unterwegs, trotz 2500 Passagieren an Bord.

Außerdem haben wir das gut ausgestattet Fitnessstudio benutzt. Beim Training auf dem Crosstrainer auf das Meer zu schauen ist schon eine tolle Sache.

Weitere Möglichkeiten sind diverse Besichtigungen, Discos, ein Spielcasino, Sonnenliegen, Kurse, Sport und vieles mehr.

Passagiere: Von alt bis jung

Gemischtes Publikum mit einem Altersdurchschnitt von ca. 45 Jahren wobei uns keine unangenehmen Zeitgenossen aufgefallen sind.

Personal: Hier ist das Lächeln zuhause

Das Personal kommt zum überwiegenden Teil aus Indonesien und von den Philippinen und ist immer freundlich, hilfsbereit und hat ein Lächeln im Gesicht. Hier können wir die Umsetzung des Mottos „AIDA Cruises – Hier ist das Lächeln zu Hause“ voll und ganz bestätigen. Uns hat dies sehr gefallen. Das die Arbeitsbedingungen und Gehälter vieler Servicekräfte schlechter sind als die der meisten Passagiere ist wohl jedem klar aber sie sind mit großer Wahrscheinlichkeit immer noch besser als die meisten Jobs in deren Heimatländern.

Ausflüge: Unsere Höhepunkte der Kreuzfahrt

Hier sollte man sich im Vorfeld schon sorgsame Gedanken machen was man will. Für uns waren die Ausflüge die Höhepunkte auf dieser Reise. Rom, Florenz, Marseille und Barcelona innerhalb von einer Woche muss man erstmal verarbeiten und selbstverständlich kann man nur einen kleinen Ausschnitt dieser Metropolen erleben. Hier in Kurzform unsere Ausflüge:

Rom: Unser 1. Landgang

Gebuchter Ausflug über AIDA: Rom klassisch

Dauer: 10h

Preis 77,95 Euro/Person

Wir fuhren mit dem Bus von Civitavecchia ca. 2 Stunden nach Rom mit 30 minütiger Panoramafahrt im Bereich Kolosseum und Circus Maximus. Dann Spaziergang zum Trevi-Brunnen wo wir ca. 1,5 Stunden Freizeit zur individuellen Besichtigung der Umgebung (z.B. der Spanischen Treppe) hatten. Anschließend, vorbei an diversen Sehenswürdigkeiten wieder als Gruppe zum Petersdom mit Besichtigung desselben.

Fazit: Viel gesehen in kurzer Zeit aber auf die Innenbesichtigung des Petersdom hätte ich verzichten können. Ein Spaziergang in der Vatikanstadt hätte mir wahrscheinlich besser gefallen.

 

Florenz: Mittelalter in der Toskana

Gebuchter Ausflug über AIDA: Highlights von Florenz

Dauer: 9,5 h

Preis: 97,95 Euro/Person incl. Mittagessen

Mit dem Bus von Livorno nach Florenz. 3 h geführter Rundgang, Mittagessen und 1 h Freizeit.

In Florenz wird man von den historischen Sehenswürdigkeiten nahezu erschlagen wobei der Februar als Besichtigungsmonat sehr zu empfehlen ist. Nicht zu voll und zu heiß.

Fazit: Viel gesehen in kurzer Zeit aber unsere Reisleiterin war sehr kirchenaffin und hat ihren Schwerpunkt dann dort gesetzt. Mit anderem Reisleiter/in hätte es mir womöglich noch besser gefallen.

 

Marseille: Rund um den alten Hafen

Nur Busfahrt in die Altstadt und dort „auf eigene Faust“

Da die AIDAmar relativ weit außerhalb anlegte, sind wir mit dem Bus vom Steiger in die Altstadt gefahren. Zunächst sind wir mit dem Train touristique zur Kirche Notre-Dame de la Garde gefahren die auf einem Hügel mit fantastischer Aussicht auf die Stadt und den Hafen liegt.

Anschließend wieder zurück und die Altstadt per Fuß erkundet. Natürlich durfte in der Pause ein Café au lait in einem Hafenrestaurat nicht fehlen.

Barcelona: Aufenthalt viel zu kurz

Gebuchter Ausflug über AIDA: Barcelona klassisch – ohne Park Güell

Dauer: 4 h

Preis: 45,50 Euro/Person

Leider war der Ausflug „Barcelona mit Park Güell“ schon ausgebucht und wir haben daher den o.g. gebucht. 4 Stunden Barcelona sind in dieser tollen Stadt natürlich ein Witz aber man konnte sich doch einen Eindruck verschaffen. Hier will man auf jeden Fall noch mal hin.

Fazit zu den Ausflügen:

Hier sollte man sich im Vorfeld genug Gedanken machen ob oder was man bucht. Auf „eigene Faust“ ist natürlich preiswerter aber man muss aus meiner Sicht auch sehr genau planen um seine Highlights sehen zu können.

Fazit insgesamt:

Wir haben uns an Bord der AIDAmar sehr wohl gefühlt und es kam garantiert keine Langeweile auf. Unsere 1. Kreuzfahrt hat uns so gut gefallen, dass wir seither in jedem Jahr eine unternommen haben. Reiseberichte folgen.

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250 Geschenkideen für Kanada Fans

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Schön. Schöner. Krka.

Schön. Schöner. Krka.

Der Krka Nationalpark ist wirklich traumhaft schön. Idylle und Natur pur. Jedes Mal hat er mich auf’s Neue fasziniert und so war es für mich klar, dass wir bei unserem Roadtrip entlang der Adriaküste einen Abstecher in den Nationalpark machen mussten.

Der Weg zum Wasserfall

Ausgangspunkt war der kleine Ort Skradin (mehr dazu hier: Roadtrip entlang der Adriaküste). Hier gibt es Parkplätze für die Besucher des Nationalparks und hier ist auch der Abfahrtsort der kostenlosen Fähre zum Nationalpark. Ziel dieser Fähre ist ein kleiner Steg am Skradinski Buk, dem längsten und bekanntesten Wasserfall des Krka Nationalparks. Die Route der Fähre kannst du hier sehen:

Zu Fuß zum Skradinski Buk

Selbstverständlich kann man den Wasserfall auch zu Fuß erreichen. Das dauert je nach Tempo und Fotostops ca. 40-60 Minuten. Lohnt sich das denn? Nicht unbedingt, d. h. kann man, muss man aber nicht, wie es so schön heißt. Im Prinzip sieht man ja auch alles von der Fähre aus. Solltet ihr aber genug Zeit an dem Tag haben, würde ich einen Weg zu Fuß gehen und den jeweils anderen die Fähre benutzen. Die Abfahrtszeiten der Fähre stehen jeweils am Ab- bzw. Ankunftsort.

Am Eingang angekommen, muss man sich zunächst das Ticket kaufen. Die Preise variieren je nach Saison sehr stark. Die aktuellen Ticketpreise könnt ihr euch hier anschauen. Mein Tipp: mit Studentenausweis ist es günstiger.

Skradinski Buk: Endlich am Wasserfall

So, Ticket gekauft und endlich geht’s los. Hören kann man den Skradinski Buk bereits. Jetzt einfach rechts halten und dann hat man ihn auch schon entdeckt. Beeindruckend und wunderschön, das beschreibt das Bild, was einem jetzt geboten wird, wohl am besten. Jetzt heißt es erstmal genießen und danach in meinem Fall auch Kamera zücken und loslegen.

In diesem Bereich des Wasserfalls ist es auch erlaubt zu schwimmen, aber Achtung, leider nicht immer. Wenn kein „Bademeister“ zur Sicherheit vor Ort ist, wird man schnell gebeten, das Wasser wieder zu verlassen. Besucht man den Wasserfall allerdings zur Sommerzeit, sollte es hier kein Problem geben und man kann im bzw. vor dem Wasserfall schwimmen. Also ab ins kühle Nass und genießen.

Am Wasserfall entlang

Jetzt einfach über die Holzbrücke laufen und dem Weg folgen. Ich bin bis jetzt jedes Mal die gelbe Route auf der Karte gelaufen (den Plan dazu gibt es beim Ticketkauf gratis dazu) und das ist ein wunderschöner, insgesamt ca. 1,9 km langer Weg.  Er führt den kompletten Wasserfall entlang und es gibt jede Menge zu entdecken. Der Skradinski Buk kann hier von den verschiedensten Seiten bestaunt werden. Solltet ihr auf dem Weg Hunger bekommen, müsst ihr euch keine Sorgen machen, denn auf dem Weg liegt auch noch ein Restaurant. Der Weg endet dann wieder am Eingang bzw. am Abfahrtsort der Fähre.

Fazit

Es war ein super Tag im Krka Nationalpark. Der Wasserfall ist einfach sehr beeindruckend. Es gibt überall etwas zu entdecken und man fühlt sich wie im Paradies. Ich würde hier immer wieder hinfahren und vielleicht habe ich ja auch irgendwann mal die Gelegenheit, mir die anderen Wasserfälle im Nationalpark anzuschauen. Tipp: Hier gibt es auch die Möglichkeit von z.B. Split aus Tagesausflüge zum Krka Nationalpark zu buchen.

Echte Wasserfall-Fans sollten auch unbedingt mal hier vorbei schauen: Die vier schönsten Wasserfälle im Wells Gray Provincial Park

 

Eine Nacht in Mostar

Eine Nacht in Mostar

Mostar? Noch nie gehört? So ging es mir auch, bis ich irgendwann bei Facebook ein Bild von dieser schönen Stadt sah. Auf dem Bild war das Wahrzeichen Mostars, eine alte Brücke, die Stari most zu sehen. Sie war eingebunden in eine schnuckelig aussehende Altstadt, der Himmel war blau und der Fluss der unter ihr hindurchführt war fast schon karibisch. Bildbearbeitung sei Dank. Bei mir hat es funktioniert und ich wollte mir mal ein eigenes Bild von diesem so scheinbar wunderschönen Ort machen. Da lag es natürlich nahe, bei unserem Roadtrip entlang der Adriaküste einen Abstecher nach Mostar zu machen.

Grillplatte deluxe

Unsere Reiseroute gönnte dieser Stadt jedoch nur einen kurzen Besuch und das auch noch nach Sonnenuntergang. Aber dank Straßenlaternen und nicht vorhandener Nachtblindheit haben wir trotzdem etwas gesehen. Den ersten Eindruck bekamen wir im Restaurant Cevabdzinica Tima – Irma in Form einer riesigen Grillplatte, die mein Freund Jan und ich uns geteilt haben. Das beinhaltete verschiedene Fleischsorten mit Salat, Soßen und Brot. Das ganze hat 25 KM (ca. 12,50 €) gekostet. Wir können beide wirklich Essen schaufeln ohne Ende, aber hier kamen selbst wir an unsere Grenzen. Das Essen war aber nicht nur übertrieben viel, sondern auch super lecker, die Gastgeberin sehr freundlich. Insgesamt haben wir ca. 20 € für sechs Getränke, Nachtisch und Grillplatte gezahlt. Preis-Leistung top! Hier haben wir uns wohl gefühlt und würden auf jeden Fall noch einmal wiederkommen. Das einzige Manko war jedoch die fehlende Toilette. Uns hat man erklärt, dass es in der Altstadt keine moderne Kanalisation gibt und von daher auch keine Toiletten im direkt Umfeld der Brücke. Wir haben uns also wieder von der Brücke entfernt und ein Hotel gefunden, wo wir die Toilette nutzen konnten.

            Straße am Restaurant Tima-Irma

Die Altstadt von Mostar für uns alleine

Gut gesättigt ging es dann endlich zur berühmten Stari most. Inzwischen muss es schon nach 23 Uhr gewesen sein und die Stadt war quasi wie ausgestorben. Wir hatten die Brücke und die Altstadt also für uns alleine und es war wirklich super schön. Ich kam mir ein bisschen wie in einem Filmset vor, so unwirklich wirkten diese kleinen menschenleeren Gassen für mich. Das möglicherweise vorhandene karibische Flair blieb aufgrund der Dunkelheit aus und wir bewunderten die beleuchtete Brücke von allen Seiten.

Fazit zu Mostar

Mir hat Mostar wirklich sehr gut gefallen. Da ich aber schon einiges darüber gelesen habe, dass es tagsüber von Touristen nur so wimmelt und einem an jeder Ecke etwas angedreht wird, bin ich mir nicht sicher, ob das Flair dann noch so vorhanden ist. Ich würde dieser Stadt auf jeden Fall eine Chance geben. Wenn ihr euch Mostar, wie wir nur einmal kurz anschauen möchtet, könnt ihr z.B. hier von Dubrovnik aus auch Tagestouren nach Mostar buchen.