Roadtrip im Südwesten der USA: Vom Grand Canyon zum Antelope Canyon 2/6

Roadtrip im Südwesten der USA: Vom Grand Canyon zum Antelope Canyon 2/6

Hier der zweite Teil von unserem Roadtrip im Südwesten der USA. Solltet ihr den ersten Teil noch nicht gelesen haben, geht es hier lang: Roadtrip im Südwesten der USA: Von Los Angeles zum Grand Canyon 1/6.

Ich werde euch hier von zwei absoluten Highlights unseres Roadtrips berichten, dem Grand Canyon und dem Antelope Canyon. Dazu alles wichtige, was ihr wissen müsst und mein Fazit, welcher Canyon mich mehr beeindruckt hat.

Grand Canyon – Ein kurzer Überblick

Der Grand Canyon Nationalpark umfasst den 446 Kilometer langen Colorado River und das angrenzende Umland. Die Schlucht, die der Colorado River hier geschaffen hat, ist bis zu 1,6 Kilometer tief. Ich kann ja meistens mit so Größenordnungen nichts anfangen, aber ich kann euch sagen, das sind echt krasse Dimensionen.

Der Nationalpark besteht aus verschiedenen Arealen, die man besuchen kann. Da gibt es zum einen den Grand Canyon West Rim, wo sich der Skywalk befindet, den North Rim und den South Rim. Wir hatten uns für den South Rim entschieden, da es da wohl die spektakulärsten Ausblicke auf die Schlucht geben sollte.

Der Preis für den Nationalpark liegt bei einem PKW inklusive Insassen bei 30 USD. Solltet ihr mehrere Nationalparks besuchen wollen, lohnt sich für euch vielleicht ein Annual Pass, der 80 USD kostet. Einfach mal durchrechnen. Da wir bei unserem Roadtrip lediglich zwei Nationalparks geplant hatten, verzichteten wir auf den Pass. Hinterher lief natürlich alles etwas anders, aber dazu später mehr.

Mein Tipp: Vom Nationalpark Service gibt es hier einen sehr ausführlichen Reiseplaner zum Grand Canyon mit allen Infos auf deutsch.

Umgebung des South Rims: Das Grand Canyon Village

Am South Rim liegt das Grand Canyon Village. Wie der Name schon sagt, ist das Grand Canyon Village ein kleines Dorf. Mich hat es irgendwie so ein bisschen an die guten alten holländischen Center Parks erinnert. Es gibt hier alles, was das Herz begehrt: ein Visitor Center, einen Supermarkt, Unterkünfte, Restaurants, Souvenir Shops und vieles mehr.

Fährt man mit dem Auto über die südliche Zufahrt in das Village kommt man direkt am Visitor Center aus. Im Park selbst kann man in den meisten Bereichen mit dem Auto fahren, allerdings gibt es auch Straßen, die nur mit den kostenlosen Shuttle-Bussen befahren werden können.

Der Grand Canyon: Traumhafte Aussichten

Wir suchten uns im Village direkt einen Parkplatz für unseren Tahoe, um dann alles mit den Shuttle-Bussen zu erkunden. Es gibt vier verschiedene Routen, die teilweise aber nur von März bis November (Hermits Rest Route) bzw. von Mai bis Oktober (Tusayan Route) befahren werden. Am Eingang zum Nationalpark bekommt ihr einen Plan, wo ihr euch genau die verschiedenen Routen anschauen könnt. Die Shuttle-Busse fahren ca. alle 10-15 Minuten und man kann nach Belieben wieder ein- und aussteigen. Insgesamt gibt es über 40 Haltestellen.

Wir sind hauptsächlich die Hermits Rest Route gefahren und immer wieder an den verschiedenen Aussichtspunkten ausgestiegen. Die Aussichten, die wir hatten, waren wirklich atemberaubend. Ich kann es gar nicht in Worte fassen, deshalb hier meine Impressionen in Bildern:

Auf der Suche nach einem Nachtlager

Die Sonne war inzwischen am Grand Canyon untergegangen und wir machten uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel, dem Lower Antelope Canyon. Nach ca. 2,5 Stunden Fahrt erreichten wir die Stadt Page, wo sich in der Nähe der Lower Antelope Canyon befindet. Wir fuhren durch die Stadt auf der Suche nach einem Nachtlager und fanden den Campingplatz Page Lake Powell. Die Rezeption hatte natürlich inzwischen längst geschlossen, also suchten wir uns einfach einen Stellplatz aus.

Endlich konnten wir unsere Luxus-Luftmatratze austesten, die immerhin 1,40 m breit und 20 cm hoch war. Wir waren beide ziemlich platt, da wir ja die Nacht zuvor gar nicht geschlafen hatten und schliefen in Sekundenschnelle ein.

Nach einer erneut viel zu kurzen Nacht bezahlten wir am nächsten Morgen dann noch an der Rezeption und endlich ging es zum Lower Antelope Canyon.

Der Antelope Canyon – Naturschauspiel der Extraklasse

Es ist jetzt schon 15 Jahre her, dass ich vor dem Fernseher saß und den Videoclip zu Britney Spears neuestem Song „I’m Not a Girl, Not Yet a Woman sah. Ich war schwer beeindruckt. Allerdings nicht von dem Song, sondern von den atemberaubenden Aufnahmen in dem Videoclip. Da stand Britney im Antelope Canyon und trällerte ergriffen ihr Lied.

Ich hätte zu diesem Zeitpunkt niemals gedacht, dass ich da auch einmal stehen würde. Aber jetzt sollte es soweit sein.

Der Antelope Canyon besteht aus dem Lower Antelope und dem Upper Antelope Canyon, beide Canyons kann man sich lediglich mit einer geführten Tour anschauen. Wir entschieden uns aufgrund der Empfehlung einer Freundin für den Lower Antelope Canyon.

Der Lower Antelope Canyon – Ein kurzer Überblick

Der Antelope Canyon befindet sich im Besitz der Navajo Indianer, aus diesem Grund muss man zunächst eine Navajo Nation Gebühr zahlen, um überhaupt auf das Gelände zu kommen, von wo aus die Touren starten.

Die englischsprachigen Touren starten alle 20-30 Minuten. Wir hatten zuvor nichts gebucht, sondern alles direkt vor Ort erledigt. Wir hatten Glück und mussten nur ein paar Minuten warten, dann ging es nach einer kurzen Einführung in die Verhaltensregeln auch schon in einer kleinen Gruppe los in den Lower Antelope Canyon.

Der Lower Antelope Canyon – Die Tour

Nach nur wenigen Metern erreichten wir bereits den Eingang zum Canyon. Über eine Stahltreppe ging es hinunter und wir standen mitten in einem Naturwunder. Die Formen und Farben waren so beeindruckend, dass mein fotografisches Herz unmittelbar entfacht wurde und ich versuchte, diese Schönheit einzufangen.

Wir liefen und kletterten ungefähr 2 Stunden durch den Canyon, das sagte zumindest meine Uhr, als wir wieder auf dem Parkplatz ankamen. Gefühlt dauerte die Tour allerdings nur 10 Minuten, also viel zu kurz.

Unser Guide war übrigens wirklich super. Er hat uns sehr viel über den Canyon erzählt (davon habe ich natürlich mindestens die Hälte wieder vergessen) und uns Tipps zum fotografieren gegeben.

Eine Geschichte von der Tour ist mir aber noch in Erinnerung geblieben: Im Jahr 1997 kamen Touristen im Lower Antelope Canyon ums Leben. Es hatte stark angefangen zu regnen und dadurch wurde der Canyon zu einer Todesfalle. Eine Flutwelle hat in Sekundenschnelle alles mitgerissen, was sich im Canyon befand. Elf Menschen starben. Diese Geschichte hat mir einfach mal wieder vor Augen geführt, dass die Natur nicht nur so etwas wunderschönes erschaffen kann, sondern auch mit gewaltiger Kraft viel zerstören kann.

Aber konzentrieren wir uns jetzt lieber auf die schönen Dinge, hier meine Fotos vom Lower Antelope Canyon:

Mein Fazit – Grand Canyon und Antelope Canyon

Der Grand Canyon hat mich wirklich sehr beeindruckt. Insbesondere diese riesigen Ausmaße und die Weite von diesem gigantischen Nationalpark sind atemberaubend. Durch dieses sehr auf Touristen ausgelegte Grand Canyon Village hatte ich aber irgendwie das Gefühl, nicht so richtig da zu sein. Es war eher, als würde ich mir ein schönes Bild ansehen, anstatt selbst Teil des Bildes zu sein.

Bei meinem nächsten Besuch im Grand Canyon Nationalpark möchte ich auf jeden Fall genug Zeit einplanen, im Nationalpark zu wandern und diesen irgendwie mehr zu erleben.

Der Antelope Canyon war einfach der absolute Hammer. Ich würde diese Tour jederzeit wieder machen und kann sie nur wärmstens empfehlen.

Du möchtest wissen, wie es weiter geht? Hab bitte noch ein wenig Geduld, bald geht es hier weiter zum dritten Teil von unserem Roadtrip im Südwesten der USA.

Beitrag teilen: